banner

Hochsensibilität


Hochensibilität ist keine Erkrankung sondern eine Veranlagung. Ca 15 - 20 % der Bevölkerung erweist sich in unterschiedlichen Bereichen und unterschiedlicher Intensität als Hochsensibel. Deshalb behandele ich diese Thematik gesondert.


Auch wenn Hochsensibilität relativ häufig auftritt, ist diese Begabung immer noch wenig im Bewußtsein der Menschen und auch der Therapeuten und Ärzte vorhanden.


Hochsensible Menschen verarbeiten über die Sinne aufgenommene Reize anders. Ganz einfach gesagt haben sie keine ausgeprägten Filter, die die Reizflut abschwächen oder aussortieren. Das heißt, die Sinnesreize, die sie verarbeiten müssen, sind intensiver und insgesamt mehr. Außerdem verfügen viele über eine sehr hohe Empathie und die Fähigkeit "Zwischentöne" in Beziehungen zu anderen Menschen wahrzunehmen.


Bei mir sind z.B. Gehörsinn, Geruchssinn und Geschmackssinn hochsensibel. Dagegen reagiere ich beim Sehsinn und beim Tast- bzw Fühlsinn eher normal sensibel. Mein empatischer Sinn und mein Sinn für "Zwischentöne" ist extrem stark ausgebildet. So befinde ich mich manchmal in Situationen, in denen ich das Gefühl habe, zwei Gesprächen zu folgen. Dem der laut gesprochenen Worte und dem der "Zwischentöne". Und der Inhalt der beiden gleichzeitig stattfindenden Gespräche kann sehr verschieden und widersprüchlich sein. 


Für meine Arbeit empfinde ich diese Begabung als Segen. Denn vor allem mein empatischer Sinn und der Sinn für "Zwischentöne" erweisen sich als sehr, sehr hilfreich, wenn Sie und ich auf der Suche sind. Wenn wir gemeinsam ergründen, worum es bei den Themen und Belastungen, die sie zu mir bringen, eigentlich geht.


Wichtig ist mir, mit Ihnen, wenn Sie zu mir kommen, auch darauf zu schauen, ob auch Sie hochsensibel sein könnten.

Denn einige Probleme und Symptome, die mit unerkannter Hochsensibilität einhergehen, können auch zu falschen psychiatrischen Diagnosen führen.


So kann z.B. die Reizüberflutung bei unerkannten Hochsensiblen zu Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen führen, was zu einer Diagnose AD(H)S führen kann.


Oder unerkannte Hochsensible überlasten u.a. ihren empathischen Sinn, da sie nicht gelernt haben, sich abzugrenzen und entwickeln depressive Symptome.